Bundesverdienstkreuz für Heinrich May

Auszeichnung für einen beliebten Pädagogen im Ruhestand: Dr. Heinrich May, der mehr als 40 Jahre die bildungspolitische Landschaft der heimischen Region entscheidend geprägt hat, und darüber hinaus in Vereinen und in der Kommunalpolitik tätig war.    Foto: Fotostudio Sascha Braun

Von Sascha Braun

Limburg-Weilburg. Inzwischen klingelt der Wecker nicht mehr in aller Frühe. Mit einem Schmunzeln gibt Dr. Heinrich May, der ehemalige Schulleiter der Limburger Adolf-Reichwein-Schule zu, den Tag aber nach wie vor „in Schulstunden einzuteilen“. Als Tag der Erinnerungen dürfte auch der vergangene Donnerstag im Gedächtnis des Pädagogen besonders haften bleiben, erhielt er doch im Limburger Kreishaus in Anwesenheit vieler Familienmitglieder und Weggefährten eine seltene Auszeichnung für seine vielfältigen Verdienste in politischen, sozialen und kulturellen Bereichen – das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im Limburger Kreishaus, wo Dr. Heinrich May vor fast 40 Jahren seine kommunalpolitische Tätigkeit aufnahm, überreichte Finanzminister Karlheinz Weimar die Auszeichnung an Dr. May, der mit seiner Frau in Hintermeilingen lebt, auch im Beisein von Schulamtsdirektor Martin Daus vom Staatlichen Schulamt und dem Landtagsabgeordneten Helmut Peuser (CDU), der den Vorschlag zur Ehrung eingebracht hatte.

Die Ehrung an den verdienten Pädagogen zu übergeben, sei ihm eine besondere Freude, betonte Finanzminister Weimar. Vielen jungen Menschen habe Dr. May den nötigen Schub gegeben, „damit sie im Leben erfolgreich sein können“. Dass die Schüler Chancen bekommen in neuen Schulformen, sei ihm ebenso ein Anliegen gewesen wie die Schule kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Bitte sehen sie die Auszeichnung als Zwischenzeugnis“, betonte Weimar und brachte seine Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass Dr. May auch künftig, wenn es erforderlich ist, sich mit Rat und Tat einbringt.

„Ich habe es nie erlebt, dass Schüler sich so gern an ihre Schulzeit erinnern wie an der Adolf-Reichwein-Schule“, sagte Landrat Manfred Michel (CDU). Ein Direktor, der jeden Schüler noch nach Jahren kennt und dessen „Vita im Kopf hat“, sei außergewöhnlich, aber auch bezeichnend für die Persönlichkeit von Dr. May: „Die Schule ist für ihn ein Lebenswerk.“ Und was er geleistet habe, sei nicht ohne eine intakte Familie möglich, sagte Michel mit einem Dank an Ehefrau Hannelore und die drei Kinder.

Ralf Abel, Nachfolger von Dr. May als Schulleiter, hob dessen Engagement zu Gunsten der Schüler hervor, bei dem die Bewahrung christlicher Werte und Tugenden ebenso im Vordergrund stand wie die Berufliche Bildung: „Als überzeugter Nassauer hast du dich ein Leben lang für andere, für die Menschen unserer Region eingesetzt“, so Abel. Dr. May wir ehrenamtlich in allen Vereinen seines Heimatortes Hintermeilingen tätig, bestimmte die Geschicke des Sängerchores 1891 Hintermeilingen elf Jahre als Vorsitzender und Kassierer mit, war langjähriges CDU-Mitglied in der Gemeinde, im Kreistag und Vorsitzender des Schulausschusses.

Ein besonderes Verdienst war sicher auch Dr. Mays mehr als zehn Jahre langes Bemühen um die umfassende Sanierung der Reichwein-Schule, die inzwischen begonnen hat. Ein Anbau wurde zudem erst kürzlich eingeweiht. Abel stellte auch Mays Verdienste um das gesamte Berufsschulwesen hervor durch die Mitarbeit in Gremien, Ausschüssen und Arbeitsgruppen auf Landes- und Bundesebene. Frühzeitig habe er Strukturveränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft erkannt und neue Berufsbilder daraus abgeleitet. Die bundesweit einzige Fachschule für Catering sei ein lebendes Beispiel dafür. Entscheidend sei aber seine Fähigkeit, junge Menschen zu begeistern und zu fördern. In einer Welt, so Abel, die sich immer schneller dreht, sei er für viele junge und alte Menschen „ein Vorbild mit sozialem Charakter“. Unzähligen jungen Menschen habe er „weitergeholfen, sie inspiriert, ihnen berufliche und persönliche Perspektiven aufgezeigt“.

Dr. May selbst war es nach eigenen Worten bei der Ehrung „heiß und kalt zugleich“ geworden. Viele hätten dazu beigetragen, dass er die Ehrung annehmen kann, sagte Dr. May und schloss neben seiner Familie auch frühere Schulkollegen in den Dank ein. Limburg ist eine Schulstadt, betonte Dr. May, der es bedauerte, „zu früh pensioniert worden“ zu sein: „Ich hätte noch tausend Ideen gehabt.“ Nach eigenen Worten habe er „„mit Hartnäckigkeit versucht, die Position der beruflichen Schulen herauszustellen“. Und: „Ich denke, manchmal hat es auch genutzt“.

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